Wie man mit den Sinnen betet

Oktober 9, 2020
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Hast Du jemals darüber nachgedacht, wie gehetzt Du durchs Leben gehst? Diese Eile kann uns leicht daran hindern, die täglichen Wunder wahrzunehmen. Hast Du vergessen, dass Du sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken kannst? Hast Du angehalten, um jemanden zu umarmen, um auf einen anderen Menschen zu blicken, um ohne Eile zuzuhören oder um auf Tastgefühle, Aromen und Düfte zu achten? Wenn wir uns die Zeit nähmen, die Welt zu bewundern und zu bestaunen, würden wir mehr in Liebe mit dem Gott der Schöpfung leben, der die Quelle all dessen ist, was gut, schön und liebenswert ist.

Heute bitte ich Dich, Dir Deinen Blick bewusst zu machen. Wie siehst Du Dich um? Wie benutzt Du Deine Augen? Sei am Beginn Deines Tages dankbar für die Fähigkeit zu sehen, dass Bilder durch Deine Augen eintreten und dass Du sie wahrnehmen kannst. Nimm Dir etwas Zeit, um innezuhalten und darüber nachzudenken, was vor Deinen Augen erscheint, jene Gegenstände, die normalerweise nicht Deine Aufmerksamkeit erregen.

Mache Dir tagsüber Deine Sehweise bewusst. In Deiner Beziehung zum Herrn und zu Deinem Nächsten spielt Deine Art zu sehen eine grundlegende Rolle. Wenn Du aufmerksam bist, wirst Du entdecken, wie Du manche Menschen mit Respekt, Liebe und Wohlwollen ansiehst. Gleichzeitig wirst Du Blicke der Geringschätzung oder Gleichgültigkeit auf andere bemerken.  Vielleicht kannst Du Deinen Blick mit dem Blick Jesu im Evangelium abgleichen. Wie blickte er andere an? Erinnere Dich an den Blick auf Zachäus? (Lukas 19,1-10) oder wie er den reichen jungen Mann ansah? (Markus 10,17-30) Wie er seine Jünger ansah? (Lukas 12,32)

Am Abend vergegenwärtige Dir, welche der Blicke, die Du auf die Welt geworfen hast, und welche der Blicke, die Du erhalten hast, in Deinem Herzen Spuren hinterlassen haben. Entdecke die Gefühle, Wünsche und Gesten, die Dir ins Auge gefallen sind. Mache Dir bewusst, wie Du Dich gefühlt hast und wie Du auf die Blicke, die auf Dich fielen, reagiert hast. Erkenne, ob sie Dich dazu veranlasst haben, im Sinne der Mission Christi zu arbeiten, oder ob sie im Gegenteil ein Hindernis waren. Denke daran, dass Deine Bereitschaft für die Mission des Herrn Dein ganzes Wesen einschließt. Bitte am Ende des Tages den Herrn, Dir seinen Blick zu schenken, damit Du seine Art zu sehen überall hin mitnehmen kannst, und ein Zeichen seines Reiches der Liebe und des Mitgefühls sein kannst.

María Bettina Raed
Pope’s Worldwide Prayer Network (Argentina – Uruguay)

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