Warum wir alle eine „Kanonenkugel“-Moment brauchen

Juli 30, 2021
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St. Ignatius Loyola war nicht immer ein Heiliger. In der Tat war er ein ziemlicher Frauenheld, Spieler und Kämpfer. Wie es scheint, fand er nicht viel Freude daran, seinen katholischen Glauben zu praktizieren.

Stattdessen liebte er das Schlachtfeld und seine Fantasie war berauscht von klassischen Romanzen über Ritter und Edeldamen.

Das alles fand jedoch ein jähes Ende, als bei der Verteidigung Pamplonas eine Kanonenkugel sein Bein zerschmetterte.

Der Hl. Ignatius erzählt es in seiner Autobiographie folgendermaßen:

„Ignatius kämpfte tapfer, bis eine Kanonenkugel des Feindes eines seiner Beine zerschlug und das andere schwer verletzte. Als er fiel, wurde die Zitadelle aufgegeben. Als die Franzosen die Stadt in Besitz nahmen, zeigten sie große Bewunderung für Ignatius. Nach zwölf oder fünfzehn Tagen in Pamplona, wo er von den Ärzten der französischen Armee die beste Pflege erhielt, wurde er auf einer Krankentrage nach Loyola gebracht.“

Er musste viele Operationen über sich ergehen lassen und anschließend mehrere Wochen lang im Bett bleiben.

Diese Zeit der Rekonvaleszenz im Kloster Montserrat war genau das, was Ignatius brauchte, um Gott in sein Leben zu lassen.

Während er sich erholte, wollte er weitere Rittergeschichten lesen, aber es gab solche Bücher nicht. Das zwang ihn, zwei Bücher zu lesen, die ihn tief prägten und verwandelten. Er las „Das Leben Christi“ von Ludolph von Sachsen, einem Mönch, der im 13. Jahrhundert lebte, und ein weiteres Buch namens „Die Blumen der Heiligen“.

Ignatius begann daraufhin zu träumen, ein Heiliger zu werden und beschloss, anders zu leben, sein früheres Leben aufzugeben und ein Leben nach dem Evangelium zu führen.

In unserem eigenen Leben brauchen wir alle diesen „Kanonenkugel“-Moment, in dem wir unsere alte Art, Dinge zu tun, zertrümmern lassen, damit Gott uns mit dem „neuen Wein“ seiner Gnade füllen kann. Es mag nicht so dramatisch sein wie das Leben des heiligen Ignatius, aber wenn wir dauerhaften Frieden und Freude finden wollen, müssen wir Gott unsere schlechten Gewohnheiten ausmerzen lassen und uns mehr und mehr durch das Leben Christi verwandeln lassen.

Philip Kosloski
Pope’s Worldwide Prayer Network (USA)

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