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Unser geistliches Leben soll uns dazu bringen, an Jesu Auftrag mitzuarbeiten

Ich stelle heute die provokative Frage: „Wie macht man im geistlichen Leben Fortschritte?“ Bedeutet das noch mehr Rosenkränze zu beten, noch öfter in die Kirche zu gehen und noch mehr Heilige um Hilfe anzurufen? 

All das ist sicher gut und recht. Aber wenn ich vom „Wachstum im geistlichen Leben“ spreche, dann denke ich an etwas anderes. Ich denke daran wie wir mit Gott in Verbindung stehen und ihm in unserem alltäglichen Leben dienen. Anders ausgedrückt: Ich spreche von einem Weg, der uns den ganzen Tag über geistig unterwegs sein lässt. 

Der heilige Ignatius von Loyola spricht in ähnlicher Weise vom Wachstum im geistlichen Leben. Es geht ihm nicht so sehr darum, dass wir mehr Gebete sprechen, sondern um etwas viel Umfassenderes. Er bemisst die Tiefe des geistlichen Lebens darin, wie leicht jemand die Gegenwart Gottes in allen Dingen findet. Denn wir finden Gott nicht nur, wenn wir in der Kirche beten, in der Heiligen Messe sind oder daheim für uns privat beten, sondern überall in dieser Welt, die Gottes Schöpfung ist. Ignatius schwebt als Ideal vor Augen, dass wir unsere geistliche Einstellung über die besonderen Orte und Zeiten des Gebetes hinaustragen, sodass sie unser ganzes Leben umfasst.
Diese Anweisung zum geistlichen Leben entspricht exakt dem neunten Schritt auf dem „Herzensweg“. Darin wird erklärt wie das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes von denen getragen wird, die sich verfügbar machen für den Auftrag Christi – ganz egal, wo immer sie sich gerade aufhalten und in welcher Situation sie sich befinden.

Wie kann das gelingen? Es geht nicht nur darum, zu Jesus Christus zu beten und eine persönliche Beziehung zu ihm zu entwickeln, sondern auch darum, ihn nachzuahmen. So soll uns etwa die Verehrung des Herzens Jesu dazu ermutigen, dass wir der barmherzigen Liebe folgen, die wir in diesem Herzen Christi erkennen. Dasselbe gilt auch für unsere Andacht zum Allerheiligsten Altarsakrament; und es gilt auch für das Mitfeiern der Eucharistie. All das soll uns dazu führen, den Weg und die Praxis und die Lehre dieses Jesus Christus in die Tat umzusetzen. Die Teilnahme an der Heiligen Messe führt wie von selbst zur Sendung – schließlich heißt „Messe“ nichts anders, als dass wir „ausgesandt“ sind, im Alltag so zu handeln wie Gott es uns in Jesus Christus vorlebt.

P. Peter Schineller SJ

Jogues Retreat Center
Cornwall, USA

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